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La Boudon`s Delicious Summer „Beerenpfannkuchen“

Rezept für 3 kleine Esser oder zwei große Esser

Beerenpfannkuchen

2 Eier

100 g Mehl

100 ml Milch

1 Hand voll Beeren (Blaubeeren, Himbeeren…)

1 EL Butter

Puderzucker

Ahornsirup

In einer Schüssel Eier schaumig schlagen. Milch und Mehl langsam einrühren.

Die Beeren waschen und unter den Teig rühren.

Die Butter in der Pfanne zerlassen. Mit einer Suppenkelle den Teig in die Pfanne gießen.

Die Pfannkuchen ein paar Minuten lang backen bis die untere Seite goldbraun ist. Mit dem Pfannenwender vorsichtig drehen und auch die andere Seite backen.

Die Pfannkuchen aus der Pfanne heben, mit Puderzucker großzügig bestäuben und mit etwas Ahornsirup beträufeln.

Diese Pfannkuchen schmecken kleinen und großen Leckermäulern. Sie erfreuen sich größter Beliebtheit bei meinen Kindern und deren Freunden.

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Ein unvergesslicher Kochabend – „Ticino con Amore“

 

Was gibt es Schöneres als mit der Familie und mit Freunden zu kochen? Einen Kochabend der ganz besonderen Art konnten wir im Tessin erleben als wir unseren Freund in dem kleinen verschlafenen Künstlerdorf Carona oberhalb des Lago Lugano besuchten.

 

In einem 400 Jahre alten Häuschen mit ebenso altem Kamin inmitten des Esszimmers beschlossen wir zu grillen. Bei lauschigen sommerlichen Temperaturen feuerten wir den Kamin an. Klingt verrückt? Das war es auch.

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Als Beilage zu dem fantastischen Fleisch, welches wir morgens in Lugano gekauft hatten, bereiteten wir ein wunderbares Ratatouille sowie mit Mozzarella überbackene Auberginen im Ofen zu. Ein Risotto mit mildem Gorgonzola durfte selbstverständlich nicht fehlen.

 

Als mein Bruder die Bilder unsers Kochabends sah, kommentierte er diese mit den Worten „Ticino con Amore“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Die Liebe zum Tessin, die Liebe zu den Menschen dort, die Liebe zum Essen und die Liebe zum Leben.

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Das sonnig-entspannte Lebensgefühl der wunderschönen Gegend lädt zum Genießen ein und spiegelt sich nicht zuletzt in den verführerischen Erzeugnissen der ortsansässigen Küche wider.

 

Grotto Pan Perdu in Carona

Ein wunderbarer von allerlei Pflanzen gesäumter Treppenaufstieg führte uns zur weinumrankten Terrasse des Grotto Pan Perdu.

Von der Pergola hingen neben den Trauben auch Maiskolben und bunte Fähnchen herab. Die mit rot-weiss-karierten Tafeldecken bedeckten Steintische, die frischen Blumen und dazu noch die wunderbare Tessiner Musik – das ist pure Gemütlichkeit.

Seit 40 Jahren schon heisst Giovanni Albisetti seine Gäste im urigen Grotto willkommen. Der leidenschaftliche Koch war früher ein bekannter Radfahrer.

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Die Küche bietet traditionelle Gerichte: einheimische Wurstspezialitäten, Risotto, Polenta und Spezialitäten vom Holzkohlegrill wie Rindsfilet, Rippchen und Hähnchen. Die Weinkarte ist reich an Tessiner und italienischen Weinen. Nicht entgehen lassen sollte man sich den Merlot del Ticino DOC, Riserva Giovanni Albisetti.

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Wir wählten als Vorspeise einen einfachen grünen Salat mit Tomaten und als Hauptgang die Rippchen. Diese waren eine wahrhaftige Sünde. Köstlich. Selten so spitzenmäßige Rippchen gegessen.

Das Grotto ist ein sehr heimeliger Ort, an dem man sich einfach nur wohlfühlt.

Die Mitarbeiter des Grotto sind allesamt herzlich und immerzu gut gelaunt, voller Lebensfreude und italienischer Leichtigkeit.

Grotto Pan Perdü
6914 Carona
+41 91 649 91 92

Öffnungszeiten:
von März bis Dezember geöffnet, Montag Ruhetag

Alpe Vicania – Erholung für Geist und Seele

Die Alpe Vicania in Vico Morcote ist immer wieder einen Ausflug wert. Während unseres 3-tägigen Aufenthaltes in Carona, besuchten wir auch die Alpe Vicania. Dieses Mal allerdings nicht mit dem Auto sondern zu Fuss. Eine einfache Panoramawanderung für die ganze Familie über dem Lago di Lugano von etwa einer guten Stunde. Von Caronas Ortskern aus geht es zunächst in Richtung Schwimmbad, und gleich auf der nächsten Anhöhe beginnt der botanische Park, der für Pflanzenfreunde ein echtes Paradies ist. Im Parco San Grato der von Zeit zu Zeit auch Austragungsort von Veranstaltungen ist, findet sich die zahl- und artenreichste Sammlung an Azaleen, Rhododendren und Koniferen der ganzen insubrischen Region. Von hier erreicht man auf einem breiten Spazierweg, dem Sentée Dal Alp Vicania, die Alpe Vicania. Anzuführen an dieser Stelle ist, dass festes Schuhwerk absolut empfehlenswert ist. Meine Ballerinas waren sicher nicht dafür geeignet.


Die Alpe Vicania ist ein kleines Bergparadies.

Sie trifft nicht nur den Geschmack von Wanderern und Bikern, auch Gourmets und Reiter fühlen sich hier wohl. 20170726_161823

An dieser exklusiven Lage schmeckt die authentische Tessiner Küche besonders köstlich. Nach dem schmackhaften Essen, wir hatten hausgemachte Focaccia mit Tomaten, ein feines Risotto und einen Apfelstrudel mit köstlicher Vanillesauce, waren die Batterien wieder aufgeladen.

Das Gasthaus hat seinen rustikalen Charme auch nach der Umwandlung von einer Osteria für Wanderer zum edlen Ristorante für Feinschmecker bewahrt.
Zurück nach Carona haben wir einen kleinen Schlenker über die antike Wallfahrtskirche der Madonna d’Ongero unternommen.


Der Spaziergang von Carona zur Alpe Vicania und wieder zurück nach Carona gibt interessante Einblicke in ein grünes und stilles Tessin. Grün wie die Wiesen der Alpe Vicania, auf denen freilaufende Pferde weiden. Still wie die engen Gässchen von Carona.

Ristorante Vicania
6921 Vico Morcote
Tel. +41 (0)91 996 12 30
Tel. +41(0)91 980 24 14
info@ristorantevicania.ch
Ruhetage sind Montag und Dienstag
Öffnungszeiten: 10.00 – 24.00 Uhr

Il Ritrovo in Porlezza direkt am Luganersee im Tessin

 

Auf unserer kulinarischen Reise durch das Tessin, machten wir auch einen kurzen Halt im “Il Ritrovo“, einem schnuckeligen Restaurant in Porlezza in unmittelbarer Nähe der Schweizer Grenze und direkt am wunderschönen Luganersee gelegen. 

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Das Restaurant kann sowohl mit dem Auto erreicht werden als auch –ganz romantisch- mit dem Boot.

 

Umgeben von Blumen und Palmen saßen wir auf der luftigen Terrasse und genossen den Blick auf den See.

 

Die Inhaber Claudio und Tino haben mit dem “Il Ritrovo” eine Oase der Ruhe und Gemütlichkeit mit hervorragender italienischer Küche geschaffen.

 

Unser Mittagessen bestand aus Carpaccio mit Senfsauce, Thunfischtartar und Nudeln mit Gambas, Tomaten und frischem Knoblauch. Jedes einzelne Gericht war mit viel Liebe zubereitet. Einfach aber köstlich. Das Preis-Leistungsverhältnis überraschte uns doch sehr. Die Pasta kostete soviel wie bei unserem Stammitaliener  zu Hause, € 12.

 

Ein kulinarischer Geheimtipp mit tollem Seeblick.

 

RESTAURANT-PIZZERIA „IL RITROVO“

 

bei Cini – 22018 Porlezza, Luganersee (Como)

 

Telefon 0039 – 0344 72360

 

e-mail: ristoritrovo@hotmail.it

 

Isendorfer Hausbrauerei in Emsdetten

 

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Als wir mit unseren Kindern zum wiederholten Mal Ferien auf dem Bauernhof in Neuenkirchen im nördlichen Münsterland machten, haben wir auch einen Ausflug zur Isendorfer Hausbrauerei nach Emsdetten-Isendorf unternommen. Das Restaurant wird geführt von den Geschwistern Andre, Brau- und Malzmeister, Dirk, Biersommelier, und Silke, Biersommeliere. Vor einigen Jahren haben sie neben dem Restaurant eine kleine Handwerksbrauerei eröffnet. Dort erfährt man viel Spannendes über Hopfen, Malz und Hefe sowie über handwerkliche Braukunst.  Es werden Brauereiführungen und Bierseminare angeboten.

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Aber hier kann man auch richtig gut essen. Die Küche ist herzhaft und üppig, eben genau so, wie die Menschen in dieser Region traditionell kochen. Speisen der münsterländischen Küche, klassische bäuerliche Gerichte, Fisch- und Wildgerichte, hausgebackener Kuchen, Treberbrot machen die Brauhauskarte aus. 

 

In dem idyllisch gelegenen Biergarten konnten wir noch einen freien Tisch ergattern. Wir waren nun schon zum wiederholten Male hier und rundum zufrieden. Das Essen schmeckte sehr gut, die Atmosphäre und Landschaft sind toll und die Bedienung sehr aufmerksam, freundlich und zuvorkommend!

Das leckere Pils war für mich die Krönung.

Eine dekorative Holzkiste mit zehn Flaschen selbstgebrauter Bierspezialitäten wanderte prompt in unseren Kofferraum.

Dieckmann GmbH & Co. KG
Isendorf 49
48282 Emsdetten
Tel.: 02572 7692
Fax: 02572 97046

 

Der Dortmunder Salzkuchen – „Ein Geschenk des Himmels“

Der Salzkuchen gilt als inoffizielles kulinarisches Wahrzeichen der Stadt Dortmund. Hierbei handelt es sich um ein rundes Brötchen mit grobem Salz und Kümmel und mit einem Loch in der Mitte.

Der Salzkuchen wird etwas mit Butter und dafür großzügig mit Mett bestrichen und die runde Vertiefung mit Zwiebeln gefüllt.

Inmitten der Dortmunder Innenstadt, gibt es die traditionsreiche Bäckerei „Fischer am Rathaus”. Hier werden nicht nur viele der Dortmunder Salzkuchen gebacken, hier wurde das Gebäck einst auch erfunden.

Für meinen alten Freund aus Schulzeiten und der seit Jahren in Amerika lebt, sind Salzkuchen ein Inbegriff von Heimat.

Er rühmte das Gebäck vergangenes Wochenende mit den Worten: „Ein Geschenk des Himmels”. Diesen Worten kann ich mich nur anschließen.

Hauptsächlich in den alteingesessenen Gasthäusern rund um den Alten Markt werden viele dieser Brötchen zusammen mit Bierspezialitäten genossen.

Ker, wat is`dat lecker.

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Weindegustation mit Freunden – Sommerliche Speisen mit einer Weinauswahl von Andreas Bender

 

Vor wenigen Wochen, als wir mit Freunden an der Mosel waren, haben wir durch Zufall Andreas Bender kennen gelernt. Ein Winzer aus Leiwen, der in seiner Heimatregion an der Mosel und in der Pfalz erstklassige Weiß- und Rotweine produziert. Bender, der selbst auch einige Rebberge besitzt, kooperiert mit Traubenproduzenten an der Mosel und in der Pfalz, die nach seinen hohen Qualitätsstandards das ganze Jahr über rund 15 Hektar bewirtschaften.

Andreas Bender verbindet in seinem Weinprojekt traditionelle, klassische Winzertugenden wie Respekt vor dem Terroir, Priorität der Weingartenarbeit, Handlese und schonende Behandlung der Trauben mit zeitgemäßen Methoden wie temperaturkontrollierte Edelstahltanks, gekühlte Vergärung, Barrique-Reifung. Der Name Bender steht für jung, elegant, klar und modern. Der Winzer produziert leicht zugängliche Weine, die jeden Tag Spaß machen, den Einsteiger nicht überfordern und den Kenner nicht langweilen: Das gilt für die drei Basis-Cuvées von Andreas Bender, die kurz und signifikant Der Rote, Der Weiße und Der Rosé heißen und die einfach Trinkfreude bereiten.

In Bezug auf Anspruch und Qualität eine Stufe höher: die reinsortigen Weißburgunder, Pinot Noir, Merlot und Cabernet Sauvignon, deren Trauben, so wie jene für die Basis-Cuvées, aus der Pfalz stammen.

Besonders am Herzen liegen Bender seine Top-Weine, zwei Rieslinge, die er an der Mosel, teilweise aus familieneigenen Rebgärten produziert: der trockene Paulessen in moderner Stilistik und der klassisch-edelsüße Hofpäsch, beide benannt nach jahrhundertealten Hausnamen seiner Familie in Leiwen.

Ob unkomplizierte Basis-Cuvée, anspruchsvoller Pinot Noir oder Top-Riesling von der Mosel: Für alle Weine von Andreas Bender gilt – sie machen Spaß beim Trinken, ein Glas macht Lust aufs nächste.

Genau dies konnte ich vergangenen Sonntag feststellen, als ich eine kleine private Weinprobe bei Freunden durchgeführt habe.

Zu sommerlichen Speisen wie Spargelsuppe mit Büffelmozzarella und Parmaschinken, einer Auberginentarte mit Kreuzkümmel und gerösteten Pinienkernen und einem in Olivenöl eingelegten Hühnchen mit Salbei und reichlich Knoblauch machten die Weine richtig Freude.

Zur Spargelsuppe präsentierte ich den Riesling „Paulessen“. Ein wunderbar schlanker und frischer Wein mit einer belebenden, rassigen Säure und einer feinen Mineralität. Die Trauben für den Paulessen reifen in den Steillagen an Mosel und Ruwer. Die Rebanlagen sind zum Teil sehr alt, was die Konzentration und den Extraktgehalt im Wein erklärt. Die Mineralität kommt vom Schieferverwitterungsboden, den die Rebsorte besonders bevorzugt und darauf zu Hochform aufläuft. Ein perfekter Tropfen zu dieser köstlichen leichten Suppe.

Der Grauburgunder passte hervorragend zur Auberginentarte. Ein aromatischer fruchtiger und frischer Wein. Unsere Entdeckung für den Sommer.

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Und das Hühnchen bildete mit dem Rosé eine elegante Symbiose. Unkompliziert, frisch, beerenduftig, charmant und herrlich leicht. In korallenfarbiger Robe macht er Lust auf den ersten Schluck, in der Nase verströmt er eine kühle Frische, gepaart mit Aromen roter Beeren wie Johannisbeere. Am Gaumen ist er schlank und knackig, ausgestattet mit einer angenehmen Saftigkeit und eingebundener Säure.

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Mehr zu den Weinen von Andreas Bender gibt es unter http://www.bender-wein.com

La Boudon`s Delicious Summer „In Olivenöl eingelegtes Hühnchen mit Knoblauch und Salbei“

Rezept für 4 Personen

Eingelegtes Hühnchen:

Zutaten:
2 wohl genährte Hühnchen
5 l ungesalzene Gemüsebrühe aus Zwiebeln, Karotten, Sellerie, Knoblauch, Rosmarin
½ l Olivenöl
reichlich Knoblauchzehen
reichlich Salbeiblätter
Salz, Pfeffer aus der Mühle, Zitronensaft

Die ausgenommenen beiden Hühnchen kalt waschen und abtrocknen, in die siedene Gemüsebrühe geben und auf sanftem Feuer etwa 1 Stunde al dente garen.

In der Brühe erkalten lassen, dann herausnehmen; das Fleisch von den Knochen lösen und in kleinere Stücke zerlegen.

Etwas Öl in ein genügend großes Geschirr mit einem hohen Rand gießen. Eine Lage Hühnchenstücke hineinschichten, mindestens 8 geschälte, ganze Knoblauchzehen und 20 Salbeiblätter darüber streuen. Großzügig salzen und pfeffern, wieder mit Olivenöl übergießen, eine weitere Schicht Fleisch, Knoblauch und Salbei anlegen und so fortfahren, bis alles aufgebraucht ist.

Wichtig ist, dass am Schluss alles gut mit Öl bedeckt ist. Mit einem Teller beschweren und 2-3 Tage an einem kühlen Ort ziehen lassen. Zwischendurch kontrollieren und bei Bedarf noch Öl nachgießen.

Zum Servieren legt man die abgetropften Hühnchenstücke auf Rucolasalat und beträufelt diese etwas mit der Marinade. Grob gemahlener Pfeffer und ein paar Tropfen Zitronensaft runden den Geschmack ab.

Mit etwas Baguette die köstliche Marinade aufnehmen.

 

Zu Gast im Landgasthaus Müller im zauberhaften Weinort Mehring an der Mosel

Vor wenigen Wochen waren wir mit Freunden in Mehring, einem kleinen Ort an der römischen Weinstraße an der Mosel, nur etwa 15 km von Trier entfernt.
Wir hatten das große Glück im Landgasthaus Müller, im Kern von Mehring, übernachten zu können. Ulli und Karl Müller führen in dritter Generation neben dem Landhotel mit Restaurant, noch die Landmetzgerei und den Cateringbetrieb.

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Unser Zimmer war sehr geräumig und modern ausgestattet, mit Balkon und einem großen, sehr gemütlichen Bett, in dem ich grandios schlafen konnte, was ich leider von den wenigsten Hotelbetten sagen kann.

Frühstück gab es im Gasthaus. Wurstplatte, frische Beeren, Joghurt, frische Brötchen, Frühstücksei, Kaffee, eine Kanne Orangensaft, Müsli, Marmelade und etwas Käse…Liebevoll ausgesucht und gespickt mit vielen Köstlichkeiten aus der eigenen Metzgerei. In der Metzgerei werden täglich frische Wurst- und Schinkenspezialitäten produziert, jedoch nur so viel wie verkauft wird, um Frische und Qualität zu garantieren.

Ich hatte mich sogleich in den hausgemachten Lavendelschinken und den nussigen Coppaschinken verguckt. Geschmacklich einfach nur wunderbar, so haben sie mir den perfekten Start in den Tag beschert. Von den Schinkenspezialitäten und den Wildbratwürstchen ließen wir uns direkt einige Lagen für Zuhause einvakuumieren.
Geschlachtet wird bei Müllers zwar nicht mehr, aber die Schlachttiere stammen von regionalen Züchtern aus dem Hunsrück und der Eifel, die von dem langjährig befreundeten Metzger Lothar Klos in Greimerath geschlachtet, und anschließend in Teilen in die Metzgerei gebracht werden.

Abends stimmten wir uns nach einem langen ereignisreichen Tag in Trier auf das bevorstehende Essen mit einem knackig kalten Glas Grauburgunder von Andreas Bender, einem jungen und ambitionierten Winzer aus Leiwen, ein. Karl Müller erzählte uns mit großer Begeisterung von Wein, Weingütern und Winzern von der Mosel. Karl Müller ist eine wahrhafte Type, wie man im Ruhrgebiet zu sagen pflegt. Sympathisch, engagiert und Gastronom aus Leidenschaft mit eigenen Ansichten, die er konsequent verfolgt und das mit großem Erfolg. Es ist eine Wonne mit Herrn Müller über Genuss im Allgemeinen, Speisen, Weine, eben über die schönen Dinge des Lebens zu philosophieren und zu fachsimpeln. Seine Empfehlung mit dem Grauburgunder von Bender gefiel uns sehr gut und machte Lust auf mehr.

Karl Müller sucht im Übrigen seine Weine nicht danach aus, was gerade hipp und angesagt ist und die einfach jeder auf der Weinkarte zu haben hat, sondern er ist stets auf der Suche nach dem besonderen Tropfen von gerade jungen Winzern, die tolle Weine machen, aber die noch etwas unbekannter sind. Sein Credo ist tolle Weine zu anständigen nicht überzogenen Preisen seinen Gästen anbieten zu können. Mit Schickimicki und Schischi hat Karl Müller nichts am Hut. Ein faires Preis-Leistungsverhältnis ist seine oberste Prämisse. Seine Gäste wissen dies zu schätzen und kommen von nah und fern. So wie wir.

Die Speisenkarte enthält gute traditionelle Landküche, moselländische Spezialitäten sowie Wildgerichte aus dem eigenen Jagdrevier. Sehr gut gefällt mir die Bezeichnung Aperos und Soulfood von der Mosel, welches Wildsalami, mediterranen Rinderschinken und vieles mehr beinhaltet. Das Angebot ist so mannigfaltig und verführerisch, dass es mir schwerfällt mich festzulegen. Um die Speisenkarte hoch und runter essen zu können, bedarf es leider mehr als zwei Tage. Nur um einen kleinen Auszug aus der Karte zu geben…Es gibt es Rinderroulade, Gebratenes, Gehacktes oder „Himmel und Erd“ (eine moseltypische Speise) mit edlen Weinen von Weingütern der Region.

Als die Vorspeisen an unseren Tisch gelangen, kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Das Carpaccio vom Rind mit Balsamico, Rucola und Parmesan, das Rohe Gehackte mit Landbrot, Gewürzgurken, Zwiebeln und Kapern sahen einfach fantastisch aus und so schmeckte es dann auch. Wie sagte mein Mann so schön „Das Tartar ist so unverschämt lecker, da kannste ´ne Arschbombe reinmachen“. Ein größeres Kompliment gibt es wahrlich nicht.

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Als Hauptgang bekamen wir das Lammkotelett mit tomatisierten Bohnen und Rosmarinkartoffeln, Himmel und Erd, Zanderfilet auf der Haut gebraten mit Zuckerschoten, Chili und Basmatireis und das Kalbskotelett mit Spargel und Sauce Hollandaise.

Zu den Speisen kann ich nur Folgendes sagen: Köstlich.

Obwohl wir nach dem Essen mehr als gesättigt waren, konnten wir auf die Creme Brulee und das Erdbeer-Rhabarber- Parfait beim besten Willen nicht verzichten. Zwei Desserts zum Wegfliegen.

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Die Teller sind mit viel Liebe angerichtet, aber ohne Schnick und Schnack. Die Qualität der Speisen ist sehr hochwertig und die Komposition der einzelnen Gerichte in sich überaus stimmig. Es war ein ganz wunderbares Mahl und wir haben den Abend in vollen Zügen genossen.

Die Einrichtung des Hauses ist sehr stilvoll. Es gibt keine Renovierungsrückstände. Bei aller Bodenständigkeit ist ein gewisser Schick gegeben. Sehr beeindruckend für mich waren vor allem das einladende Weinregal hinter der Bar und der Reifehaken mit geräuchertem Schinken dran im Gastraum.

Bei Müllers haben wir uns rundum wohl gefühlt. Das nächste Mal kommen wir wieder, wenn Karl Müller eine seiner legendären Weinverkostungen im Herbst anbietet.
Apropos Wein, so möchte ich an dieser Stelle noch einmal den Grauburgunder von Andreas Bender aus Leiwen erwähnen. Der Winzer kam just an unserem Abreisetag im Landgasthaus vorbei und es ergab sich durch Zufall ein Gespräch mit dem Endresultat, dass wir eine bunt gemischte Kiste Wein mit Grauburgunder, Riesling und Rosé von Andreas Bender mit nach Hause nahmen.

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