Zu Gast im Landgasthaus Müller im zauberhaften Weinort Mehring an der Mosel

Vor wenigen Wochen waren wir mit Freunden in Mehring, einem kleinen Ort an der römischen Weinstraße an der Mosel, nur etwa 15 km von Trier entfernt.
Wir hatten das große Glück im Landgasthaus Müller, im Kern von Mehring, übernachten zu können. Ulli und Karl Müller führen in dritter Generation neben dem Landhotel mit Restaurant, noch die Landmetzgerei und den Cateringbetrieb.

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Unser Zimmer war sehr geräumig und modern ausgestattet, mit Balkon und einem großen, sehr gemütlichen Bett, in dem ich grandios schlafen konnte, was ich leider von den wenigsten Hotelbetten sagen kann.

Frühstück gab es im Gasthaus. Wurstplatte, frische Beeren, Joghurt, frische Brötchen, Frühstücksei, Kaffee, eine Kanne Orangensaft, Müsli, Marmelade und etwas Käse…Liebevoll ausgesucht und gespickt mit vielen Köstlichkeiten aus der eigenen Metzgerei. In der Metzgerei werden täglich frische Wurst- und Schinkenspezialitäten produziert, jedoch nur so viel wie verkauft wird, um Frische und Qualität zu garantieren.

Ich hatte mich sogleich in den hausgemachten Lavendelschinken und den nussigen Coppaschinken verguckt. Geschmacklich einfach nur wunderbar, so haben sie mir den perfekten Start in den Tag beschert. Von den Schinkenspezialitäten und den Wildbratwürstchen ließen wir uns direkt einige Lagen für Zuhause einvakuumieren.
Geschlachtet wird bei Müllers zwar nicht mehr, aber die Schlachttiere stammen von regionalen Züchtern aus dem Hunsrück und der Eifel, die von dem langjährig befreundeten Metzger Lothar Klos in Greimerath geschlachtet, und anschließend in Teilen in die Metzgerei gebracht werden.

Abends stimmten wir uns nach einem langen ereignisreichen Tag in Trier auf das bevorstehende Essen mit einem knackig kalten Glas Grauburgunder von Andreas Bender, einem jungen und ambitionierten Winzer aus Leiwen, ein. Karl Müller erzählte uns mit großer Begeisterung von Wein, Weingütern und Winzern von der Mosel. Karl Müller ist eine wahrhafte Type, wie man im Ruhrgebiet zu sagen pflegt. Sympathisch, engagiert und Gastronom aus Leidenschaft mit eigenen Ansichten, die er konsequent verfolgt und das mit großem Erfolg. Es ist eine Wonne mit Herrn Müller über Genuss im Allgemeinen, Speisen, Weine, eben über die schönen Dinge des Lebens zu philosophieren und zu fachsimpeln. Seine Empfehlung mit dem Grauburgunder von Bender gefiel uns sehr gut und machte Lust auf mehr.

Karl Müller sucht im Übrigen seine Weine nicht danach aus, was gerade hipp und angesagt ist und die einfach jeder auf der Weinkarte zu haben hat, sondern er ist stets auf der Suche nach dem besonderen Tropfen von gerade jungen Winzern, die tolle Weine machen, aber die noch etwas unbekannter sind. Sein Credo ist tolle Weine zu anständigen nicht überzogenen Preisen seinen Gästen anbieten zu können. Mit Schickimicki und Schischi hat Karl Müller nichts am Hut. Ein faires Preis-Leistungsverhältnis ist seine oberste Prämisse. Seine Gäste wissen dies zu schätzen und kommen von nah und fern. So wie wir.

Die Speisenkarte enthält gute traditionelle Landküche, moselländische Spezialitäten sowie Wildgerichte aus dem eigenen Jagdrevier. Sehr gut gefällt mir die Bezeichnung Aperos und Soulfood von der Mosel, welches Wildsalami, mediterranen Rinderschinken und vieles mehr beinhaltet. Das Angebot ist so mannigfaltig und verführerisch, dass es mir schwerfällt mich festzulegen. Um die Speisenkarte hoch und runter essen zu können, bedarf es leider mehr als zwei Tage. Nur um einen kleinen Auszug aus der Karte zu geben…Es gibt es Rinderroulade, Gebratenes, Gehacktes oder „Himmel und Erd“ (eine moseltypische Speise) mit edlen Weinen von Weingütern der Region.

Als die Vorspeisen an unseren Tisch gelangen, kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Das Carpaccio vom Rind mit Balsamico, Rucola und Parmesan, das Rohe Gehackte mit Landbrot, Gewürzgurken, Zwiebeln und Kapern sahen einfach fantastisch aus und so schmeckte es dann auch. Wie sagte mein Mann so schön „Das Tartar ist so unverschämt lecker, da kannste ´ne Arschbombe reinmachen“. Ein größeres Kompliment gibt es wahrlich nicht.

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Als Hauptgang bekamen wir das Lammkotelett mit tomatisierten Bohnen und Rosmarinkartoffeln, Himmel und Erd, Zanderfilet auf der Haut gebraten mit Zuckerschoten, Chili und Basmatireis und das Kalbskotelett mit Spargel und Sauce Hollandaise.

Zu den Speisen kann ich nur Folgendes sagen: Köstlich.

Obwohl wir nach dem Essen mehr als gesättigt waren, konnten wir auf die Creme Brulee und das Erdbeer-Rhabarber- Parfait beim besten Willen nicht verzichten. Zwei Desserts zum Wegfliegen.

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Die Teller sind mit viel Liebe angerichtet, aber ohne Schnick und Schnack. Die Qualität der Speisen ist sehr hochwertig und die Komposition der einzelnen Gerichte in sich überaus stimmig. Es war ein ganz wunderbares Mahl und wir haben den Abend in vollen Zügen genossen.

Die Einrichtung des Hauses ist sehr stilvoll. Es gibt keine Renovierungsrückstände. Bei aller Bodenständigkeit ist ein gewisser Schick gegeben. Sehr beeindruckend für mich waren vor allem das einladende Weinregal hinter der Bar und der Reifehaken mit geräuchertem Schinken dran im Gastraum.

Bei Müllers haben wir uns rundum wohl gefühlt. Das nächste Mal kommen wir wieder, wenn Karl Müller eine seiner legendären Weinverkostungen im Herbst anbietet.
Apropos Wein, so möchte ich an dieser Stelle noch einmal den Grauburgunder von Andreas Bender aus Leiwen erwähnen. Der Winzer kam just an unserem Abreisetag im Landgasthaus vorbei und es ergab sich durch Zufall ein Gespräch mit dem Endresultat, dass wir eine bunt gemischte Kiste Wein mit Grauburgunder, Riesling und Rosé von Andreas Bender mit nach Hause nahmen.

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Ein Gedanke zu “Zu Gast im Landgasthaus Müller im zauberhaften Weinort Mehring an der Mosel

  1. Ich kam in den Genuss der Coppa. Köstlich mit einer kalten aromatischen Melone genossen wahrhaftig ein Traum. Solche Mitbringsel erfreuen das Herz und den Magen.

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