Mein Name ist Stephanie Streit-Boudon. Neben meiner Familie, gehört meine große Leidenschaft dem wahrhaftig guten Essen. Frische Zutaten, die gekonnte Zubereitung und der authentische Geschmack sind die Basis für gutes Essen. Gutes Essen war für mich schon immer wichtig. Schon als kleines Mädchen kochte ich leidenschaftlich gerne für meine Familie und für meine Schulfreunde. Wobei für mich seit jeher nicht nur die Zubereitung des Essens, sondern auch die Darbietung und die Präsentation des Essens in Form des Servierens von immenser Bedeutung war.

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Glücklicherweise gingen meine Eltern schon früh sehr häufig mit uns in Restaurants, wobei die Bandbreite gewaltig war. Von der kleinen Pizzeria von nebenan über urige ländliche Gasthöfe bis hin zu den Sternerestaurants. Unsere Städtereisen wurden weniger von kulturellen Aspekten, als vielmehr von kulinarischen Aspekten geprägt. Ein Freund von mir sagte mal nach einem gemeinsamen Wochenende mit meiner Familie in Paris zu mir „Andere Leute hätten an diesem Wochenende den Louvre, den Eiffelturm, den Arc de Triomph und Sacre Coeur besucht. Stattdessen waren wir bei Alain Ducasse, bei Pierre Hermé und sind gefühlt in jeder Boulangerie, Patisserie und jedem Delikatessladen in Paris gewesen.“

Viele Erinnerungen sind in meiner Familie an kulinarische Erlebnisse geknüpft. Bei der Fahrradtour zum Beispiel mit meiner Patentante und meinem Patenonkel vor 25 Jahren in der Normandie denken wir alle in erster Linie an die köstliche Birnentarte und das Apfelcidresorbet, das anschließend jede Familienfeier lukullisch bereicherte.

Auch wenn ich ein solides betriebswirtschaftliches Diplom in der Tasche habe, so hat mich die Faszination und Begeisterung für gutes Essen, Weine und Feinkost nie losgelassen. Nach dem Abitur habe ich ein Kochdiplom bei Darina Allen in der Ballymoaloe Cookery School in Shanagarry in Irland gemacht. Bei Johann Lafer habe ich eine Weile auf der Stromburg in Stromberg gearbeitet. Etwas später war ich Johann Lafers Assistentin im Bild bei der Fernsehreihe „Genießen auf gut deutsch-Leibgericht á la Lafer“. Bei Frank Rosin habe ich nach dem Studium gearbeitet. Welches unglaubliche Glück ich hatte, dass ich bei diesen drei Köchen, jeder für sich genommen eine einzigartige Koryphäe, arbeiten konnte, ist mir erst im Laufe der vergangenen Jahre gekommen. Vor elf Jahren machte ich mich mit einem kleinen aber feinen Gourmetservice selbständig. Der Familie zuliebe schloss ich irgendwann meine Küche und fing an mich mehr dem Schreiben über das Essen als der Zubereitung desselbigen zu widmen, welches mir unglaubliche Freude bereitet.

Ich liebe es zu Gast zu sein. Ich geniesse es ein Restaurant zu betreten, ganz gleich, ob es zum ersten oder wiederholten Male ist. Diese besondere Atmosphäre und der Geruch haben mich schon immer beflügelt. Ein liebevoll gedeckter Tisch, ein aufmerksamer und authentischer Service sowie ein gut zubereitetes Essen machen mich mehr als glücklich. Dabei ist es gleich, ob es sich bei dem Essen um ein einfaches Essen wie ein Linseneintopf im Bügelglas oder um ein komplexes Menü handelt. Ich würde mich als aufgeschlossenen, interessierten, leicht zu begeisternden Gast bezeichnen, jedoch gleichwohl als anspruchsvoll und kritisch bezeichnen.