Mein Name ist Stephanie Streit-Boudon. Neben meiner Familie, gehört meine große Leidenschaft dem wahrhaftig guten Essen. Frische Zutaten, die gekonnte Zubereitung und der authentische Geschmack sind die Basis für gutes Essen. Gutes Essen war für mich schon immer wichtig. Schon als kleines Mädchen kochte ich leidenschaftlich gerne für meine Familie und für meine Schulfreunde. Zu meinem 10. Geburtstag bekam ich von meinem Bruder das „Kleine Kochbuch von Dr. Oetker“ geschenkt, woraus ich gerne und viel gekocht habe.

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Erste Backversuche 1983 bei meiner Großmutter…

Glücklicherweise gingen meine Eltern schon früh sehr häufig mit uns in Restaurants, wobei die Bandbreite gewaltig war. Von der kleinen Pizzeria von nebenan über urige ländliche Gasthöfe bis hin zu den Sternerestaurants. Unsere Städtereisen wurden weniger von kulturellen Aspekten, als vielmehr von kulinarischen Aspekten geprägt. Ein Freund von mir sagte mal nach einem gemeinsamen Wochenende mit meiner Familie in Paris zu mir „Andere Leute hätten an diesem Wochenende den Louvre, den Eiffelturm, den Arc de Triomph und Sacre Coeur besucht. Stattdessen waren wir bei Alain Ducasse, bei Pierre Hermé und sind gefühlt in jeder Boulangerie, Patisserie und jedem Delikatessladen in Paris gewesen.“

Viele Erinnerungen sind in meiner Familie an kulinarische Erlebnisse geknüpft. Bei der Fahrradtour zum Beispiel mit meiner Patentante und meinem Patenonkel vor 25 Jahren in der Normandie denken wir alle in erster Linie an die köstliche Birnentarte und das Apfelcidresorbet, das anschließend jede Familienfeier lukullisch bereicherte.

Auch wenn ich ein solides betriebswirtschaftliches Diplom in der Tasche habe, so hat mich die Faszination und Begeisterung für gutes Essen, Weine und Feinkost nie losgelassen.

Nach dem Abitur habe ich ein Kochdiplom bei Darina Allen in der Ballymoaloe Cookery School in Shanagarry in Irland gemacht.(Mein Vater war der Meinung, dass eine gute Ehefrau auch ordentlich kochen können sollte.) Alle rümpften bei den Worten „Irland“ und „Kochen“ anfangs die Nase. Es sei zu erwähnen, dass Darina Allen eine der ersten Fernsehköchinnen überhaupt war und einen bemerkenswerten Erfolg als Kochbuchautorin verzeichnen konnte. Die Zutaten mit denen wir kochten kamen allesamt aus der Region und es war erstaunlich, was Irlands Süden kulinarisch alles zu bieten hatte. Die gute irische Butter, der köstliche fette Lachs und natürlich das gehaltvolle Guinness hatten meine Gewichtszunahme von mehr als 15 kg zu verantworten, die meiner Mutter bei meiner Rückkehr die Tränen in die Augen jagte.

Bei Johann Lafer habe ich eine Weile auf der Stromburg in Stromberg gearbeitet. Etwas später war ich Johann Lafers Assistentin im Bild bei der Fernsehreihe „Genießen auf gut deutsch-Leibgerichte á la Lafer“.

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Johann Lafer und ich 1999 bei der Kochsendung „Genießen auf gut deutsch“

Mein erster Job nach dem Studium führte mich für drei Jahre als Assistentin der Geschäftsleitung in ein Tiefkühlbackwarenunternehmen. Währenddessen lernte ich Frank Rosin kennen und fing bei ihm als Restaurantleiterin an. Welches unglaubliche Glück ich hatte, dass ich bei diesen drei Köchen, jeder für sich genommen eine einzigartige Koryphäe, arbeiten konnte, ist mir erst im Laufe der vergangenen Jahre gekommen.

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Vor zwölf Jahren machte ich mich mit einem kleinen aber feinen Gourmetservice selbständig. Nach der Geburt meiner zweiten Tochter, musste ich feststellen, dass diese Tätigkeit nicht familienkompatibel war. So schloss ich irgendwann meine Küche und fing an, mich mehr dem Schreiben über das Essen als der Zubereitung desselbigen zu widmen, welches mir unglaubliche Freude bereitet. Seitdem schreibe ich für das Westfalium Magazin und für meinen eigenen Blog.

Ich liebe es zu Gast zu sein. Ich geniesse es ein Restaurant zu betreten, ganz gleich, ob es zum ersten oder wiederholten Male ist. Diese besondere Atmosphäre und der Geruch haben mich schon immer beflügelt. Ein liebevoll gedeckter Tisch, ein aufmerksamer und authentischer Service sowie ein gut zubereitetes Essen machen mich mehr als glücklich. Dabei ist es gleich, ob es sich bei dem Essen um ein einfaches Essen wie ein Linseneintopf im Bügelglas oder um ein komplexes Menü handelt.